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"Vom Kampf der Rivalen" II. Anthologie
- FORUM LEBENDIGE JAGDKULTUR e.V.


Textauswahl nwm-verlag

Werner Schinko 80 - Gezeichnetes Leben -

Werner Schinko  am 05.03.2009 in Schwerin

Werner Schinko 80. Gezeichnetes Leben
Ausstellung im Schlesweig-Holstein-Haus Schwerin.


Schinko Ausstellungen werden für ihre Besucher immer ein Erlebnis, besonders dann, wenn der Künstler zur Eröffnung erscheint, was in der Regel der Fall ist...
Dr. Raimund Hoffmann, KATALOG zur Ausstellung, 2009, Seite 18

Hier beginnt der Inhalt

Das "Wilddieb-Kommando Oranienburg"

Strafverfahren gegen Wilderer währen des II. Weltkrieges

Titelseite Heft 4/2004 In der Akte R 22/1008 - Generalakten des Reichsjustizministeriums/ Geschäftsstelle A - geführt vom 01.03. 1940 bis 01.04.1942 - wird das Schicksal zahlreicher Wilderer dokumentiert, die während des II. Weltkrieges in Deutschland vom Reichskriminalpolizeiamt unter dem Aktenzeichen "Strafverfahren gegen Wilderer - Freistellung" erfaßt wurden.

Mein Beitrag dazu erschien in der Zeitschrift für Jagd & Natur DIE neue NEUDAMMERIN Heft 4/2004, Seite 5 - 9.

Schreiben des Reichsführer SS - H. Himmler vom 29.3.1940

Anhand authentischer Aktenbelege kann nachgewiesen werden, wie sich das Schicksal, auch der nur zu geringen Freiheitsstrafen verurteilten Wilderer vollzog, die in den SS-Sondereinheiten systematisch erfasst worden waren. Grundlage dazu bildete das Schreiben vom 29.03.1940 des Reichsführers der SS – Heinrich HIMMLER an den Reichsjustizminister.

Originalakten im BA R 22/1008 fol. 1-335

Originalschreiben vom 29.03.1940

"Wilddieb-Kommando Oranienburg"

Überfahrung von Franz Kloke ins KZ Sachsenhausen Der Reichsminister der Justiz forderte per Schreiben – Eilt sehr – vom 10.04.1940 von den Generalstaatsanwälten die „beschleunigte Übersendung aller Strafakten, in denen Wilderer, die mit der Büchse gejagt hatten, rechtskräftig zu einer Freiheitsstrafe verurteilt worden sind und diese Strafe noch nicht verbüßt haben.“ Aus diesen Strafakten wurden drei Listen erstellt und darin 375 Wilderer erfasst.

Bereits am 14.Mai 1940 erhielt der Reichsführer der SS diese Unterlagen und wählte 48 Personen aus. In dem Dokument dazu heißt es: „Der Reichsführer SS habe aus einer vom Reichskriminalpolizeiamt vorgelegten Liste über Wilderer an Hand von Lichtbildern zunächst 48 Wilderer ausgesucht, die für den Dienst in der SS angegliederten besonderen Scharfschützenkompanie in Aussicht genommen seien. Diese seien auf Anordnung des Reichsführer SS dem Konzentrationslager Sachsenhausen sofort zu überstellen. Die Vollzugsmeldung sei binnen 3 Tage zu erstatten




"Rehabilitierung durch Bewährung vor dem Feind"

S. 9  - Die Neudammerin 2/2004 Es gibt nur wenige Beispiele, bei denen eine „Rehabilitierung durch Bewährung vor dem Feind“ vom Reichssicherheitshauptamt bestätigt wurde. Aus einem Aktenvermerk
(R22/1013- Bl. 27) geht hervor, dass der Wilderer Richard W Ü T H E (geb. 21.01.1901) 1930 wegen Jagdvergehens zu 100,- RM Strafe verurteilt war, 1934 für 3 Monate wegen Jagdvergehens im Gefängnis verurteilt, aber durch Amnestie die Strafe erlassen wurde.

1935 wurde er erneut wegen Besitz eines Gewehres ohne Waffenschein zu 3 Monate Gefängnis verurteilt. 1942 erneut von der Staatsanwaltschaft Darmstadt wegen Wildern in U-Haft genommen. Auf der Grundlage des Befehls zur Freistellung von Wilderern erfolgte im August 1942 die Überstellung ins Konzentrationslager Sachsenhausen. Von dort erfolgte am 03.09.1942 der Fronteinsatz in einer SS-Formation.

SS-Sonderkommando Dirlewanger

Über die brutalen Ausbildungsmethoden mit drakonischen Strafen sowie über die barbarischen Fronteinsätze der „SS-Sonderkommando Dirlewanger“ zur Partisanenbekämpfung in Polen und Weißrussland liegen erschütternde Dokumentationen vor, so dass auf die vorhandene Literatur verwiesen wird.

Vom Wilhelm Mieger wissen wir, dass er seit November 1942 bei der SS-Sonderkommando Dirlewanger im Fronteinsatz stand, 1945 wieder in seine Heimat zurück kam, dort erneut in Zuchthaus Butzbach eingeliefert wurde, um seine Strafe – trotz Fronteinsatz bei der Waffen-SS - weiter zu verbüßen. Erst 1949 erfolgte seine Begnadigung.

Diese Beispiele dokumentieren, wie die Strafverfahren gegen Wilderer während des
II. Weltkrieges skrupellos von den SS-Dienststellen genutzt wurden, um für das berüchtigte „SS-Sonderkommando Dirlewanger“ immer wieder neue Kämpfer zu rekrutieren. Sie zogen dann, mit dem Lieblingslied des SS-Oberführers Dr. Oskar Dirlewanger
„Ich bin ein freier Wildbretschütz“, in den sicheren Tod.

Am Ende des Krieges erholte sich Oskar Dirlewanger von seiner letzten Wunde in einem Krankenhaus in Althausen/Bayern. Am 1. Juni 1945 wurde er gewaltsam von französischen Streikräften (polnische Soldaten) zum Althausen Gefängnis geholt.
Hier entstand das nachstehende Foto.(Quelle www.Militärphotos.net)
Dirlewanger starb während der Nacht von 4. bis 5. Juni 1945.


Weitere Literatur
Wildfrevler in der Schwarzen Garde,
In: Gneist, Gerald: "Jagdliche Streiflichter" - Spannendes - Kritisches -Ungewöhnliches. Leopold Stocker Verlag Graz-Stuttgart,2007, S. 105 - 114